3 Videospiele, 30 Fragen: Los geht’s, Papaplatte!

Der Videoclip beginnt: Der Gaming-Stuhl ist noch leer. Im Hintergrund hört man Papaplatte putzen. Gestern Abend hat der 28-jährige Berliner bis 2 Uhr morgens gezockt, gequatscht und geteilt. Heute wollen wir uns nicht den flexiblen Twitch-Banner beim Gaming ansehen, sondern über die Spiele seines Lebens sprechen. Was macht ein gutes Videospiel aus? Wie verändert es Menschen? 5 Videospiele. 50 Fragen.

GTA

Papaplatte ist überall unterhaltsam. Auf Twitch, in seinem Podcast Edeltalk mit Co-Moderator Reeze, im Fernsehen mit Joko und Klaas. Mit pixeligen Minecraft-Charakteren und HD-Gangstern. Und genau darum geht es heute: GTA V. Du kannst ziellos durch L.A. fahren oder in eine Gangsterbiografie eintauchen und moralische Grenzen ausloten. These: Wie du „GTA“ spielst, verrät, was für ein Mensch du bist – NPC oder Held?

Bist du in „GTA“ eher Taxifahrer oder Bankräuber?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Definitiv ein Bankräuber! Das Tolle am Spiel ist, dass man Dinge tun kann, die in anderen Spielen unmöglich sind.Lesen papaplatte für die Seite Und es gibt jetzt sogar einen Taxifahrer-Simulator.

Warum wartet die Videospielwelt so gespannt auf den nächsten „GTA“-Teil? Was ist so faszinierend an dieser Gangsterwelt?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Ich glaube, es geht um Freiheit. Die Leute lieben es einfach, dass sie dort alles machen können. Die Kinder kommen zur Schule und behaupten: „Alter, total krass – ich bin mit einem Hubschrauber geflogen und habe Raketen abgefeuert!“ Man kann einfach alle möglichen verrückten Sachen machen. Und es macht so viel Spaß, in dieser Stadt rumzufahren.

Hattest du jemals ein schlechtes Gewissen beim Spielen von „GTA“? Ich meine, Autos klauen, Leute verprügeln, kein Problem.

Kevin „Papaplatte“ Teller: Nein, ich trenne das komplett. Für mich sind das einfach Computerspiele. Ich mache zwar manchmal total verrückte Sachen, aber das hat absolut nichts mit der Realität zu tun. Ich sehe keinen Grund, irgendetwas zu empfinden. In den letzten zehn Jahren habe ich tatsächlich acht Stunden am Tag direktes Feedback zu allem bekommen, was ich sage und tue. Das schärft deinen Kompass.

Gibt es einen Punkt, an dem du sagst: Das ist kein Videospiel mehr?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: „GTA“ ist ganz klar Satire. Klar, es gab in der Vergangenheit Videospiele, bei denen die gute Nachricht verboten war, zum Beispiel, weil sexuelle Belästigung das Ziel des Spiels war. Aber wo zieht man die Grenze? Das ist eine faszinierende Frage. Ehrlich gesagt, eine äußerst interessante Angelegenheit. Ich bin froh, dass ich nicht für eine Medienaufsichtsbehörde arbeite.

Leider brauchen wir noch eine Antwort:

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Einerseits finde ich, dass Spieler selbst entscheiden können sollten, was sie spielen. Andererseits will natürlich niemand, dass völlig verrückte Sachen auftauchen. „Cash Advance 2“ ist genial, weil es taktisch ist – man überfällt eine Bank und braucht vielleicht einen Wachmann. Aber wenn ich eine Leiche in zwölf Teile zersägen soll, denke ich mir: Alter … das ist schon etwas seltsam.

Wie gehst du damit um, wenn im Chat steht: „Hey, überfahr den Typen!“? Musst du das moderieren oder zügeln?

Kevin „Papaplatte“ Teller: Wir müssen unterscheiden: Geht es um das Videospiel? Dann schalte ich jemanden aus, wenn es lustig ist oder mir im Spiel weiterhilft. Aber wenn es die reale Welt betrifft – zum Beispiel, wenn jemand im echten Leben massiv angefeindet wird –, dann halte ich mich zurück. Ich habe einen gesunden Menschenverstand. Danke an den Chat. Seit zehn Jahren bekomme ich acht Stunden am Tag direktes Feedback zu allem, was ich sage und tue. Das schärft deinen Kompass.

Die Leute verbringen viel Zeit mit dir, sie bewundern dich. Wie gehst du mit dieser Verantwortung um?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Als Streamer lernt man, in unangenehmen Situationen zu reagieren. Natürlich läuft nicht immer alles perfekt; es ist schließlich ein Livestream. Gerade in letzter Zeit, wo Politik so wichtig geworden ist, bin ich vorsichtiger geworden. Ich informiere mich vorher – und wenn ich mir bei etwas unsicher bin, sage ich: „Ich schaue nach.“ Oft sehe ich mir einen Videoclip von MrWissen2go an – meinem Lieblingskanal für Politik. Er erklärt die Dinge sehr neutral und liefert hervorragende Beweise. Danach fühle ich mich sicher genug, um etwas beizutragen.

Bis zu 100.000 Menschen sehen deinen Stream, und viele interagieren mit dir. Wie kannst du nur so schnell lesen?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Keine Ahnung – das muss man lernen. Ich merke es immer wieder, wenn Leute ohne jegliche Streaming-Erfahrung damit zu tun haben – die sind völlig überfordert.

Liest du denn auch mal ein Buch am Tag?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Ich lese keine Bücher, Mann. Ich lese sieben Stunden am Tag Chats – das reicht völlig.

Auf welche der unzähligen Nachrichten antwortest du?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Manche fallen einem einfach auf, man entwickelt ein Gespür für sie. Man sieht sofort: „Diese Nachricht muss ich laut vorlesen – die ist gut, die ist interessant.“ Es ist irgendwie bezaubernd.

GeoGuessr

Papaplatte verbringt Stunden vor seinem Computer – und liebt die weite Welt. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, fliegt er mit „GeoGuessr“ um die Welt. Seit einigen Monaten streamt er regelmäßig das Denkspiel, bei dem man an einem zufälligen Ort landet und das Land erraten muss. Sein unkomplizierter Humor kommt auch hier zum Tragen: Er nimmt regelmäßig an Wettbewerben teil.

Was ist der ungewöhnlichste Ort, an dem du je gelandet bist?

Kevin „Papaplatte“ Teller: In einem südostasiatischen Zoo – das war sehr seltsam. Und dann stand ich plötzlich vor meiner alten Heimat. Berlin-Mitte. Mein alter Supermarkt. Der Dönerladen. Da stand ständig dieser Papierkorb – und ein total heruntergekommener Fuchs, der regelmäßig die Essensreste daraus fischte.

Was interessiert dich an „GeoGuessr“?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Auf unserer dritten luxuriösen Rundreise unternahmen wir eine Tour durch den Balkan im Wohnmobil (mit Reeze, unserem Podcast-Partner von „Edeltalk“; Anmerkung) – und da wurde mir erst so richtig bewusst: Wie sieht Albanien aus? „GeoGuessr“ hat genau denselben Effekt, nur eben digital. Wie sieht Kasachstan aus? Oder die Mongolei? Oder Hawaii? Ich finde es einfach fantastisch, ein Gefühl für die Welt zu bekommen – und immer wieder überrascht zu werden. Ist Chile wirklich so schön? Hervorragend!

Warst du schon immer so ein Kind, das gerne in einem Atlas geblättert hat?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Äh, nein – definitiv kein Atlas. Geografie war wirklich das schlimmste Fach in der Schule. Ich hasse es, mir Dinge zu merken.

Bist du durch das Spiel schon mal verreist?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Noch nicht. Aber je länger ich das spiele, desto klarer wird mir: Ich muss nach Südkorea.

Du bist in Königs Wusterhausen in Brandenburg aufgewachsen. Was siehst du auf „GeoGuessr“, wenn du dorthin gebeamt wirst – und das Glück hast?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Die Kanalwurst. Ein wirklich schlechter Name – aber ein fantastischer Currywurststand. Ich glaube, er ist tatsächlich eines der bemerkenswertesten Dinge an der Kultur meiner Heimatstadt.

Kann ein Computerspiel Reisen ersetzen?

Kevin „Papaplatte“ Teller: Nein. Solange wir nicht die Ausrüstung aus „Character“ haben, müssen wir raus in die Welt. Diese Kombination aus Sehen, Hören, Riechen und Fühlen ist unersetzlich. Ich bin gerade in Barcelona; mich mit einem Bäcker zu unterhalten … klingt albern, aber ich finde es total cool. Einfach ein Gefühl dafür zu bekommen: Wie sind die Leute hier? Wie sieht ihr Alltag aus?

Sie haben mal an einer Reality-TV-Show in Kanada teilgenommen. Wie war das?

Kevin „Papaplatte“ Teller: Das war die Hölle. Das würde ich nie wieder tun. Wenig Essen, wenig Trinken – und jeden Tag fühlte es sich dreimal so lang an. Das genaue Gegenteil meines Alltags, der sonst so hektisch ist.

Gestern hast du bis 2 Uhr nachts gestreamt und ununterbrochen geplaudert. Wie ist es danach – kannst du noch etwas sagen oder bist du völlig still?

Kevin „Papaplatte“ Teller: Ich habe tatsächlich noch nie Stimulanzien genommen – aber wenn ich den Stream beende, ist es, als würde der Rausch nachlassen und mein Körper sagt: „Das war echt anstrengend.“ Und wenn meine Liebste da ist, liege ich manchmal einfach eine halbe oder zwanzig Stunden da, sage nichts, telefoniere oder schaue YouTube.

Was halten deine Familie und Freunde davon?

Kevin „Papaplatte“ Teller: Es ging so weit, dass Freunde meinten: „Das ist jetzt etwas übertrieben. Du beteiligst dich gar nicht mehr richtig an der Diskussion.“ Ich hatte zwei, drei Jahre lang keinen einzigen freien Tag. Man wird süchtig nach dem Hamsterrad, nach den Zahlen. Ich glaube, viele, die das professionell machen, kämpfen damit; ich spreche auch in der Therapie viel darüber. Er sagt: Wenn ich so weitermache, werde ich in Kürze ein paar Follower gewinnen. Wenn ich danach aber in drei Monaten an Erschöpfung leide, wird das meinem Projekt langfristig sicherlich schaden, und vor allem meinen Freunden und mir.

Dive King

Papaplatte stürzt sich regelmäßig in den „Dive King“-Modus – einen einfachen Turmsprung-Schwierigkeitsgrad, bei dem ein einziger Fehler zum Absturz führt (und das Publikum liebt es). Er ist einer der meistgesehenen „Jump King“-Banner aller Zeiten und gehörte zeitweise sogar zu den Top 30 auf Twitch, zusammen mit dem Entwickler BastiGHG. Dieses Alles-oder-Nichts-System – sicherer Boden oder endloser Fall – macht das Ganze unglaublich spannend, pure Dramatik.

Was ist das schlimmste Schimpfwort, das du jemals beim Spielen benutzt hast?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Das dürfen Sie nicht drucken. Niemals. Stühle würden durch den Raum fliegen.

Das kannst du nicht veröffentlichen. Auf keinen Fall. Stühle würden durch den ganzen Raum fliegen.

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Nicht immer, aber ich mag echte Herausforderungen. Ein Drahtseilakt wie in „Dive King“ – man kann jederzeit ganz nach unten stürzen. Unglaubliche Spannung. Die Leute warten nur darauf, dass man scheitert und völlig die Fassung verliert. Genau darum geht es.

Wollen die Leute, dass man scheitert, oder wollen sie, dass man es schafft?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Ein bisschen von beidem. Die ersten paar Stunden sind eine Katastrophe – aber gegen Ende ist es auch befriedigend, wenn man es geschafft hat.

Albert Camus schrieb: „Man sollte sich Sisyphus als einen zufriedenen Mann vorstellen.“ Er hat einen Job, scheitert ständig – aber es erfüllt ihn.

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Wow, dazu gibt es auch ein Computerspiel, oder? Ich habe es auch gespielt. Man muss eine Kugel einen Hügel hochrollen. Aber ich will am Ende gewinnen.

Würden Sie sich selbst als ehrgeizig bezeichnen?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Unglaublich ehrgeizig. Ich gebe immer mein Bestes, sowohl beruflich als auch privat. Ich möchte ein guter Freund sein, mich voll und ganz auf Beziehungen einlassen – und ich möchte in meinem Job ganz oben mitspielen.

Ist die Anzahl der Follower der höchste Highscore?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Nein, es gibt viele Banner mit 14 Millionen Followern – aber trotzdem nur 6.000 Aufrufe. Durchschnittliche Zuschauer und Kunden sind wichtiger. Ich möchte aber, dass die anderen Banner sehen: Ich habe jetzt die meiste Energie und den größten Antrieb. Wie bei den nationalen Jugendspielen – ich will im Weitsprung weiter springen als die anderen aus der Schule.

Wer treibt dich am meisten an?

Kevin „Papaplatte“, Kassierer: Klingt etwas kitschig, aber wahrscheinlich bin ich es selbst. Niemand setzt mich so unter Druck wie ich mich selbst. Klar, man schaut sich auch an, was die anderen Schwergewichte machen – Trymacs, Eli, Montana. Einfach um festzustellen: Ist das, was ich mache, noch gut? Muss ich etwas ändern? Neues Spiel? Neues Umfeld?

Welche Qualität gibst du dir jetzt?

Kevin „Papaplatte“, Bankangestellter: Eine solide Sieben. Ich habe es drei Jahre lang durchgehalten – und dabei etwas von meiner Einfachheit eingebüßt. Diese Bequemlichkeit, mit der alles begann. Ich arbeite gerade daran, sie zurückzugewinnen.

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